Probiotika bei Durchfall


Geldmacherei oder wirksame Therapie?
Frau mit Toilettenpapier auf dem Weg in den Wald. Probiotika sind bei Durchfall keine sofort wirkenden Wundermittel.
Pheelings media/Shutterstock.com
Keine Toilette in der Nähe? Wer an Durchfall leidet, bleibt am besten zuhause und schont sich.

Sofa, Salzstangen und Cola – viele Betroffene kurieren ihren Durchfall noch immer mit Omas Hausmitteln aus. Doch auch Hersteller von Probiotika versprechen schnelle Hilfe. Zu Recht?

Lebende Bakterien

Dünner, wässriger Stuhl und das im Stundentakt: Bei Durchfall ist der Darm ganz schön aus dem Gleichgewicht. Probiotika – so das Versprechen einiger Hersteller - sollen die Beschwerden lindern und die Krankheitsdauer verkürzen. Als kleine Kapseln oder Pulver aus der Apotheke sind sie schon lange ein beliebtes Mittel unter Verbraucher*innen, um die Darmflora zu stärken. Die Präparate enthalten nämlich lebende Bakterien, die den Bakterien in der körpereigenen Darmflora ähneln.

Krankheitserreger im Darm

Doch warum sollen Probiotika auch bei Durchfall helfen? Bei Durchfall spielt die Darmflora ebenfalls eine wichtige Rolle. Oft lösen Krankheitserreger wie Salmonellen oder Noroviren die Beschwerden aus. Sie reichern sich im Darm an und reizen ihn. Die Folge: Häufiger, wässriger Stuhlgang. Eine gesunde, durch Probiotika gestärkte Darmflora soll die Krankheitserreger jedoch verdrängen und den Durchfall stoppen – so die Theorie.

Ernüchternde Ergebnisse

Um diese Theorie zu prüfen, haben Wissenschaftler*innen viele Studien ausgewertet und zusammengefasst. Die Ergebnisse sind jedoch ernüchternd: Die Einnahme von Probiotika sorgt nicht dafür, dass der Durchfall schneller abklingt. Das gilt jedoch nur für die ersten zwei Tage der Erkrankung. Ob Probiotika bei länger andauerndem Durchfall die Krankheitsdauer reduzieren, konnten die Wissenschaftler*innen wegen der schlechten Datenqualität nicht untersuchen. Dafür sind weitere Studien notwendig.

Quellen: Cochrane Bibliothek und Blog

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